Die Ahlbacher Geschichte

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Das Dorf Ahlbach (Ohlbach) liegt gegen die rauen Winde aus Norden abgeschirmt, vor einem sich breit hinlagernden Höhenrücken an 2 Bergkegeln, dem Käfernberg oder auch "Kahler Berg" genannt, und dem "Großen Berg" 245 m.n.N. oder auch " Weniger kahler Berg " genannt. An dessen Westseite war wie man in alten Registern lesen kann ein Weinberg. Die Gründung des Dorfes geht weit in das graue Altertum zurück. Als ältestes Zeugnis aus vorgeschichtlicher Zeit ist in Ahlbach ein Steinbeil zu nennen, welches 1950 auf dem Käfernberg bei Abräumarbeiten gefunden wurde. Dieses stammt aus der Jungsteinzeit (5000-2000 v. Chr). Urkundlich wurde Ahlbach im Jahre 772 das erste mal bei einer Landschenkung durch die Komtesse Rachild an das Kloster Lorsch genannt. Der Dorfname Ahlbach ist von dem Gewässernamen "al-a" abgeleitet, und bedeutet am Wasser. Die älteste Straße in Ahlbach war die Kirchstraße, dort standen 1366 neben der Kirche zwei Höfe. Unser Dörfchen lag früher an zwei wichtigen Handelsstraßen, da man damals die Lahn nur an einer "Furt" überqueren konnte, und dieses war in Limburg und in Dietkirchen möglich. Mussten die Handelsgüter von Norden und Westen an Ahlbach vorbei nach Süden und bis nach Italien und umgekehrt transportiert werden. Nachdem man die Lahn überquert hatte ging es in Nord westlicher Richtung durch den "Reckenforst" bis zur Gemarkungsgrenze von Ahlbach und Dehrn dort befand sich eine  Weggabelung. Links führte "Die Hohe Straße" zwischen der Ahlbacher und Niederahlbacher Flurgrenze durch den "Damm" über die Höhe (Hee) Richtung Faulbach, um den Galgenberg (bei Hadamar) herum nach Niederzeuzheim und dann weiter bis in den hohen Norden. Geradeaus in westlicher Richtung führte der Weg am Ahlbacher Zollhaus vorbei Richtung Obertiefenbach bis nach Berlin und Osteuropa. Diese Ost-West-Verbindung wurde auch in unserer Gegend "Die Lange Meil" genannt und ist heute noch die wichtigste Ost-West-Verbindung. Den südlichen Zugang Ahlbachs sperrte ein Falltor, das erstmals 1296 benannt wurde. Dieses war die Eingangspforte und die heutige Fahlerstraße, der Hauptweg. Das ganze Dorf war mit einer hohen Hecke umgeben und geschützt, in der sich die strohbedeckten Häuser und Scheunen, Bleichplätze und Kräutergärten befanden und sich das karge Dorfleben abspielte. Das Dorf ende war die heute Vorderstraße (auch Borngasse genannt) Ecke Kirchstraße, wo sich die Quelle des Baches "Ahlbach" befand. Von dort schlängelte sich der Dorfbach Richtung Klosterstraße, wo die Bewohner ihre Wäsche reinigten und die Kinder spielten. Oberhalb der Quelle führte ein Weg, geradeaus weiter am Diersteiner Hof (heute Anwesen Steinmann) vorbei in Richtung Oberweyer. An der Ecke Klosterstraße Vorderstraße war dieser Dorfbach zu einem Fischweiher gestaut, und dort befand sich ein Hof der Ritter von Willnsdorf. 1352 ging dieser Hof in das Eigentum der Mönche von Marienstatt über (heute Anwesen Hofmann). Nach der Trockenlegung dieses Fischweihers und der feuchten Wiesen, die etwa 120 m lang und 40 m breit waren, entstand dort ein Klostergarten (Kräutergarten). Durch diesen führte ein Weg, genannt Steinpfuhlgasse, die heutige Klosterstraße. Die Geschichte der Ahlbacher Höfe war eng mit der Dorfgeschichte verknüpft. Klöster, Adelige und Stadtherrn waren die Grundbesitzer. Die Bewohner des Dorfes arbeiteten früher als Leibeigene, später als Pächter auf diesen Höfen. Solche Gutshöfe besaßen in Ahlbach, das Kloster Schönau, das St. Lubentius Stift aus Dietkirchen, das Kloster Marienstatt, das Kloster Eberbach, das St. Georgs Stift aus Limburg, das Kloster Arnstein, das Nonnenkloster Dierstein, das Dominikanerkloster aus Hadamar, die Grafen von Katzenellenbogen, und die Freien von Dehrn. In vielen Urkunden über Höfe und Güter von Kirchen, Klöstern und Adelsfamilien, kommen häufig einzelne Einwohner Ahlbachs als Zeugen und Pächter vor. Dort werden auch "Die Ritter von Ahlbach" erwähnt. Sie hatten eine kleine Burg, in der Oberortsstraße (beim Anwesen Kurz), einige Reste davon wurden bei Schachtarbeiten frei gelegt. Ebenso wurden Im Glockengarten (die Gärten der oberen Bergstraße) Reste der Junkers Mauer gefunden, sie war die erste steinerne Befestigungsmauer von Ahlbach. Im Jahre1518 wird erstmals die Bevölkerungszahl von Ahlbacher Frauen, Männern und Kindern genannt. Es lebten hier 18 Familien mit insgesamt 69 Personen und 19 Feuerstellen waren vorhanden. Über die Vermögensverhältnisse wurde 1542 erstmals etwas erwähnt, die Einwohner mussten ihr Vermögen selbst schätzen und davon 1/2 % Steuern zahlen. Im Jahre 1578 gab es schon 29 Häuser und 23 Feuerstellen. Im Dreißigjährigen Krieg war ein starker Rückgang der Bevölkerung zu spüren, man nennt nur noch 14 Einwohner. Jedoch 1697 nennt man schon wieder 29 Einwohner. Im Jahre 1711 wurde ein Spatzenablieferungsregister erwähnt, wonach jeder Einwohner 12 Spatzen im Jahr abzuliefern hatte, da man diese als Schädlinge ausrotten wollte. Und es wurden 262 Spatzen abgeliefert. Die ersten sicheren Einwohnerzahlen liegen von 1750 mit 156 Personen 34 Häusern und 1809 mit 368 Personen in 53 Häusern vor. Sofern gab es 25 Pferde, 13 Ochsen, 60 Kühe, 20 Rinder, 150 Schafe, 50 Schweine und 6 Bienenstöcke. In der Gemeindechronik von 1840 wurde erwähnt, dass in Ahlbach schon 72 Häuser, 114 Familien und 486 Einwohner lebten, sowie 1947 Morgen Land bebaut wurden. In der Mitte des 17. Jahrhunderts gab es schon eine Schmiede (bei Herbert Hilb), die von den Brüdern Weis betrieben wurde. Auch gab es eine Gastwirtschaft bei Peter Hartmann, bei dem auch Wandergesellen übernachten konnten. Die Überbevölkerung der Dörfer ließ die Armut steigen, denn das vorhandene Nutzland konnte nicht mehr vergrößert werden. Somit verfügten die ortsansässigen Bauern nur über kleine Wirtschaftsflächen, die sie mit einem Gespann bebauten. Die Dreifelderwirtschaft war schön längst abgeschafft, und das vorhandene Land wurde jährlich genutzt.


Wappen im Siegel einer Urkunde des Gerhard von Ahlbach vom 06.Juli 1367

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